Sicherheitstraining für die Fahrer
In der dunklen und kalten Jahreszeit müssen die schwer beladenen LKW oft bei Eis und Schnee sicher manövriert werden. Die meisten LKW-Fahrer absolvieren deshalb ein Fahrertraining um die teuren LKW sicherer und sparsamer fahren zu können. Dabei steht natürlich nicht nur die eigene Sicherheit im Vordergrund, sondern auch die Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer. „Durch die Übungen auf der vereisten Schleuderpiste des ADAC habe ich mehr Sicherheit gewonnen und weiß, wie ich in Gefahrensituationen am besten reagiere“, betont Rübenanbauer Richard Liebe. Das Fahrertraining zeigt Wirkung. In der Kampagne 2008 mussten lediglich zwei LKW mit leichten Schäden aus dem Graben gezogen werden.
Die Einhaltung der Pausenzeiten wird durch die digitalen Tachometer kompromisslos überwacht und aufgezeichnet. Die moderne Technik ersetzt den Fahrtenschreiber und erfasst lückenlos alle sicherheitsrelevanten Daten während der Fahrt. Für jede Übertretung droht am Ende der Kampagne ein Bußgeld von 150 € von der Gewerbeaufsicht. Während der maximalen Lenkzeit von 9 Stunden muss mindestens eine Dreiviertelstunde Pause eingebaut werden.
Fahrernachwuchs könnte zum Problem werden
In Zukunft wird eine Fortbildung zum Berufskraftfahrer notwendig werden, um die Rüben-LKW steuern zu dürfen. Die Jungbauern auf den Höfen werden sogar den Führerschein CE für Berufskraftfahrer vorlegen müssen. Die Kosten von rund 10.000 Euro werden nur die wenigsten Hofnachfolger tragen wollen. Hier bahne sich ein Nachwuchsproblem bei der bäuerlichen Rübenabfuhr an, befürchtet Richard Liebe.
Ein Ansatzpunkt für weitere Optimierung der Transporte ist die Beschleunigung der Entladung auf dem Rübenhof. Die Zeiten können zwischen 10 und 30 Minuten schwanken. Umgerechnet auf rund 12.000 Entladungen der drei Transportgemeinschaften ergeben sich erhebliche, vermeidbare Stillstandszeiten, die zu Lasten der Transporteure gehen. Die Steigerung der Fahrgeschwindigkeit über 65 bis 68 km/h oder das Überladen bringen dagegen nur eine vernachlässigbare Effizienzsteigerung, betont Richard Liebe. Bei Kontrollen drohen zudem empfindliche Geldstrafen.
Auch an Feiertagen müsste man eigentlich nicht fahren, wenn die Logistik der Rübenhöfe etwas flexibler wäre, so Liebe weiter. Wenn die Planung für die Abfuhr stehe, werden nicht selten die Vorgaben der Nordzucker AG manchmal drei Tage vor Beginn der Kampagne noch einmal so stark verändert, dass die gesamt Planung unter Zeitdruck aktualisiert werden müsse. Ein Aufwand, der vermeidbar wäre, bedauert Richard Liebe.
„Nach der Kampagne ist vor der Kampagne“
Getreu dem Motto „nach der Kampagne ist vor der Kampagne“ sind die Vorbereitungen für den kommenden Herbst in den Maschinenringen Ambergau-Börde-Vorharz, Hannover-Land, Peine und Lüchow bereits seit dem Jahresbeginn in vollem Gang. Richard Liebe saß bereits im Januar mit Vertretern der Nordzucker AG, der Verladegesellschaften und der Maschinenringen zusammen. „Manöverkritik“ stand auf der Tagesordnung. Wie können die Entladezeiten weiter gestrafft werden?
Können Touren an den Weihnachtsfeiertagen vermieden werden? Wie können die Stillstandszeiten von LKW und Verlademäusen weiter verringert werden? Wie können kostenträchtige Beschädigungen an den LKW verringert werden?
Gemeinsam ringt man um Lösungen, damit die nächste Kampagne noch effizienter, noch kostengünstiger ablaufen kann.



