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Landesverband Bayern

Asbestdach – eine Sorge weniger (Teil 1)

Datum: Dienstag, 1. Juli 2008

 

Mehr als 100 Mitglieder des MR Ansbach haben eine Sorge weniger. Der bayerische Maschinenring saniert fachgerecht und kostengünstig Dächer, die mit asbesthaltigen Wellzementplatten eingedeckt sind – Eigenleistung ist möglich.

 

 

Die konsequente Umsetzung der verschärften Entsorgungsvorschriften für asbesthaltige Baumaterialien hat vielerorts zu einer Welle von polizeilichen Anzeigen gegen Landwirte geführt. Betroffene Mitglieder des Maschinenring Ansbach wandten sich an den MR-Vorsitzenden Gerhard Sauerhammer. In einem Fall bemängelten die Beamten die Lagerung einer Palette asbesthaltiger Platten, die seit 20 Jahren für eine geplante Maschinenhalle neben einem Gebäude gelagert wurden. Die Halle wurde jedoch nicht gebaut. Wegen der unsachgemäßen Lagerung  der entsorgungspflichtigen Platten musste der Betroffene ein Bußgeld zahlen. Ein anderer Landwirt benutzte die gesundheitsschädlichen Wellplatten zur Abdeckung eines Brennholzlagers. Viele Betroffene seien sich der Gefährlichkeit der Materialien nicht bewusst gewesen und kannten die neuen Vorschriften nicht, so Gerhard Sauerhammer. Hinzu kam, dass Photovoltaikanlagen, die auf „Eternit-Dächern“ installiert werden sollten, nicht genehmigt wurden. Wer also über den Maschinenring die Solar-Module beziehen und installieren lassen wollte, musste zuvor die Dachfläche sanieren. Gute Gründe für den engagierten MR-Vorsitzenden und sein Team in der Geschäftsstelle nach Lösungen zu suchen.
 
Abbau nur mit Sachkunde-Nachweis
Bei der Demontage der asbesthaltigen Dachplatten sind umfassende Sicherheitsvorschriften zu beachten, um eine Gesundheitsgefährdung von Mensch und Umwelt durch die feinen, krebsauslösenden Asbestfasern auszuschließen. Insgesamt fünf Kräfte schickte der MR Ansbach zu einem Lehrgang für den Erwerb der erforderlichen Sachkunde. Das Team des Maschinenrings ist bei der Arbeit auf dem Dach immer mit einem Einweg-Schutzanzug bekleidet und setzt einen Spezialstaubsauger zur Aufnahme entweichender Fasern ein. Vor dem Abbau werden die Platten angefeuchtet oder mit einer faserbindenden Substanz besprüht. Die Plattenreste werden wie die Schutzanzüge umgehend in Big Bags oder reisfester Folie unschädlich verpackt. Die Transporte zur Deponie machen viele Landwirte mit Schlepper und Anhänger selbst. Wir können die Entsorgung für weniger als 1 Euro je m² Dachfläche anbieten, so Otmar Bögelein, Geschäftsführer der MR Landkreis Ansbach GmbH. Oft stellen die Betriebe eine Hilfskraft und übernehmen die Transportarbeiten. Der Maschinenring stellt dann eine Fachkraft und die notwendigen Geräte und Materialien. Der günstige Preis begründet sich auch durch die geringen Deponiekosten, die der Maschinenring durch den Transport in einen Nachbarlandkreis aushandeln konnte. Durch diese kreativen, an die Bedürfnisse landwirtschaftlicher Betriebe angepassten Lösungen kann der Preis des Maschinenrings deutlich günstiger als die Angebote einschlägiger Fachfirmen sein.
 
Bestehende Bedachungen können belassen werden
Seit 1993 gilt ein generelles Verbot asbesthaltige Materialien zu verbauen. Allerdings werden vorhandene Bedachungen geduldet, sofern diese unverändert bleiben. Jedoch dürfen diese Dächer weder gereinigt noch im Rahmen von Umbauten mit dem Altmaterial wieder eingedeckt werden. Auch vorhandene Lagerbestände, die beispielsweise für Ausbesserungsarbeiten gelagert werden, müssen entsorgt werden. Weitere Einzelheiten können in der Gefahrstoffverordnung und der Technischen Regel Gefahrstoff nachgelesen werden.
Insgesamt 1000 Tonnen Asbestzementmaterialien wurden über den MR Ansbach inzwischen fachgerecht entsorgt und mehr als 120 Dächer saniert. „Wir haben unseren Mitgliedern durch unser Sanierungsangebot bereits Kosten im hohen sechsstelligen Bereich erspart“, rechnet Otmar Bögelein vor. Auch für die kommenden Jahre erwartet der MR Ansbach noch volle Auftragsbücher, weil immer noch zahlreiche landwirtschaftliche Gebäude mit den „Eternitplatten“ eingedeckt sind.

Autor: Jürgen Buchholtz, BMR e.V.