Lange Zeit wuchs der aus Nordamerika stammende Korbblütler als üppige Zierstaude in europäischen Gärten. In der ehemaligen DDR wurden erstmals in den 1970er Jahren Versuche zum Anbau als Futterpflanze unternommen. Im Rahmen eines Verbundprojektes der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) erforscht nun die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) am Versuchsstandort Dornburg verschiedene Fragen zum Anbauverfahren der Energiepflanze – von der Direktsaat bis zur Ernte. In Fragen der Züchtung, Saatgutgewinnung und –vorbehandlung arbeitet die TLL eng mit der Firma N. L. Chrestensen GmbH aus Erfurt zusammen.
Die „Schöne“ mit einer „zickigen“ Seite
Zwei Eigenschaften des Silphie-Saatgutes erschweren eine Direktsaat anstelle der bisher praktizierten Jungpflanzenanzucht: die ungleichmäßige, kantige Form der Samen sowie eine ausgeprägte Samenruhe (Dormanz). Als Wechselkeimer erweist sich die „schöne Silphie“ als etwas „zickig“ im Keimungsverhalten. Erst durch eine spezielle Kältebehandlung im gequollenen Zustand lässt sich die Keimruhe zu hohem Anteil brechen. Firma N. L. Chrestensen GmbH arbeitet intensiv an Verfahren zur chemisch-mechanischen Saatgut-Behandlung. Hinzu kommt eine relativ langsame Jungpflanzenentwicklung, so dass konkurrierende Unkräuter nach der Direktsaat mehrmals bekämpft werden müssen. Die zuständigen Mitarbeiter der TLL Michael Conrad und Andrea Biertümpfel rechnen für die Aussaat 2013 mit den ersten größeren Mengen an verfügbarem Saatgut für die Direktsaat.
Silphie liebt es gesellig
Wegen der langen Nutzungsdauer von ca. 15 Jahren sollte im Saat- bzw. Pflanzjahr viel Wert auf die Etablierung eines lückenlosen Bestandes gelegt werden. Größere Lücken werden gar nicht oder nur langsam geschlossen und wirken sich über die gesamte Nutzungsdauer ertragsmindernd aus.
Sönke Reiners betreibt in Heidkaten im Kreis Segeberg eine Biogasanlage und hat versuchsweise im Mai 2011 die „Becherpflanze“ auf einem 0,9 ha großen Schlag mit leichtem Sandboden und mittlerem Grundwasserstand von 1,5 m unter Gelände angepflanzt. Das Ergebnis ist ein lückenloser, gut entwickelter Bestand im Pflanzjahr – Voraussetzung für gute Erträge in den Folgejahren (vgl. Foto). So hat es der Landwirt gemacht:
1. Vorfrucht: langjährig Silomais, 2010 Extensivgrünland
2. Totalherbizid
3. Bodenbearbeitung im Pflanzjahr: Pflug und zweimal Scheibenegge
4. Pflanzung: Mitte Mai, 4 Pfl. pro m² (50 x 50 cm) mit Gemüsepflanzmaschine, vorselektiertes Pflanzgut (Fa. Jöns, 24616 Hardebek), Fahrgassen in 12 m Abstand
5. Herbizideinsatz: Boxer (1,5 l/ha) + Stomp Aqua (1,5 l/ha), Sondergenehmigung nach §18 b Pflanzenschutzgesetz erforderlich!
6. Beregnung zur Jungpflanzenentwicklung war wegen guter Niederschlagsverteilung nicht erforderlich
7. Düngung zur Pflanzung: keine (N-Nachlieferung durch Grünlandumbruch)
8. Geplante Düngung 2012: 35 m³ Gärrest vor dem Austrieb (März)
Nicht nur schön, sondern auch robust
Die Düngung von Silphie-Beständen mit Gülle oder Gärresten ist problemlos möglich. Auch ohne Fahrgassen können die Stauden vor dem Austrieb auch mit schweren Maschinen ohne Schäden überfahren werden. Biogasanlagen mit knappen Lagerkapazitäten können bereits im frühen Frühjahr Gärrest ausbringen, weil die Dauerkultur einen deutlich früheren Nährstoffbedarf hat, als beispielsweise Silomais. Auch von nennenswerten Schäden durch Schnecken, Mäuse oder Pilzkranheiten berichteten die Silphie-Pioniere bisher nicht.“ Trotz der vergangenen extremen Winter gab es keine wesentlichen Auswinterungsschäden.
Die Düngung von Silphie-Beständen mit Gülle oder Gärresten ist problemlos möglich. Auch ohne Fahrgassen können die Stauden vor dem Austrieb auch mit schweren Maschinen ohne Schäden überfahren werden. Biogasanlagen mit knappen Lagerkapazitäten können bereits im frühen Frühjahr Gärrest ausbringen, weil die Dauerkultur einen deutlich früheren Nährstoffbedarf hat, als beispielsweise Silomais. Auch von nennenswerten Schäden durch Schnecken, Mäuse oder Pilzkranheiten berichteten die Silphie-Pioniere bisher nicht.“ Trotz der vergangenen extremen Winter gab es keine wesentlichen Auswinterungsschäden.
Weitere Informationen lesen Sie in „Maschinenring Aktuell“ Ausgabe 4/2011.




