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Landesverband Bayern

Eine ländliche Region boomt (Teil 1)

Datum: Sonntag, 13. September 2009

Quelle: Verbund Oldenburger Münsterland e.V.

 

Bau-Boom, eine „blühende“ Landwirtschaft, erfolgreiche Gewerbebetriebe und eine hohe Geburtenrate – das kennzeichnet das Oldenburger Münsterland als Erfolgsregion in Europa. Die MR-Geschäftsführer Rolf Breitenbach und Franz-Josef Escher erklären aus ihrer Sicht, warum es den Menschen zwischen Cloppenburg und Vechta so gut geht.

 

Beim diesjährigen Tag der Maschinenringe analysierte Dr. Reiner Klingholz in seinem Fachvortrag die Entwicklungschancen ländlicher Regionen. Der Direktor des "Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung" musste düstere Szenarien für die meisten ländlichen Räume in Deutschland und Europa zeichnen. Allerdings hob der ehemalige Wissenschaftsredakteur eine Region hervor, die sich erfreulich vom allgemeinen Trend abhebt – das Oldenburger Münsterland: „Die Bewohner haben es geschafft, auf Basis einer landwirtschaftlichen Veredelungswirtschaft überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze zu schaffen und die Kinder bleiben gerne in der Region. Vor allem Fleiß und Solidarität sowie eine hohe regionale Verflechtung, wirtschaftlich wie sozial, sind die Grundlagen für den Erfolg“, so Klingholz.
 
Regionales Selbstbewusstsein ist die Basis
Das Oldenburger Münsterland gehört wegen der hohen Viehdichte und des berüchtigten Güllegeruchs nicht zu den beliebtesten Gegenden in Deutschland. Aber es lohnt sich, diese ländlich geprägte Region genauer anzuschauen. Denn seit 1994 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Oldenburger Münsterland um 26%, während bundesweit nur 4% erreicht wurden. Es herrscht Zuwanderung wie in kaum einer anderen Region in Deutschland. Die Arbeitslosigkeit liegt deutlich unter der bundesweiten Quote und der Geburtenüberschuss liegt weit über dem Durchschnitt der Republik. Die nachfolgenden Generationen bleiben gerne in der Region.
Rolf Breitenbach wohnt im nördlichen Randbereich des Oldenburger Münsterlandes. Der Geschäftsführer des Maschinenrings Oldenburger Land hebt besonders das regionale Selbstbewusstsein der Oldenburger Münsterländer hervor. „Man ist stolz darauf, in der Region zu wohnen. Niemand würde freiwillig aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta z.B. in den benachbarten Landkreis Oldenburg ziehen."
 
„Man gönnt auch dem Nachbarn den Erfolg“
Rolf Breitenbach beschreibt die Menschen als offen und liberal. Als er vor einigen Jahren selbst auf der Suche nach einem neuen Wohnhaus war, wollte auch er unbedingt in der Region wohnen bleiben. Das wohlwollende Miteinander sei schon etwas besonderes, betont der MR-Geschäftsführer. „Man hilft sich, wo man kann. Es gibt keine Missgunst und man gönnt auch dem Nachbarn den Erfolg. Wenn man im Münsterland Freunde hat, dann hat man echte Freunde, auf die man auch in Notsituationen zählen kann.“ Zu seiner großen Überraschung wurde Rolf Breitenbach als Angehöriger der evangelischen Minderheit im katholischen Münsterland zum Vorsitzenden des örtlichen Schützenvereins gewählt. Für den MR-Geschäftsführer ein Zeichen für das liberale Gedankengut im katholischen Glauben der Region.
 
Plattdeutsch ist die „Eintrittskarte“
Die Plattdeutsche Mundart der Region wird auf vielfältige Art gefördert und gepflegt. Die Sprache sei Ausdruck und Erkennungszeichen der „großen Familie“ der Menschen im Oldenburger Münsterland, erklärt Rolf Breitenbach. „Wenn man dort einen Anzug kauft und etwas handelt, am besten auf Plattdeutsch, bekommt man noch ein Hemd und eine Krawatte dazu. Die Sprache schafft ein wohliges Heimatgefühl, man ist sofort per Du, man gehört einfach zusammen.“
Seine Frau arbeite bei der Verwaltung des Landkreises Cloppenburg. Beim Einstellungsgespräch sei eine der ersten Fragen gewesen, ob sie Plattdeutsch spreche. Ohne Plattdeutsch funktioniere vieles einfach nicht im Oldenburger Münsterland, so Breitenbach weiter.