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Landesverband Bayern

Erfahrungsbericht: Ein Ackerbaubetrieb stellt auf Biodiesel um (Teil 1)

Datum: Dienstag, 12. August 2008

 

Karl-Volkert Meyer bewirtschaftet einen 320 ha großen Ackerbaubetrieb mit Schwerpunkt Pflanzkartoffelvermehrung auf der Nordseeinsel Nordstrand. Mit der Umstellung auf Biodiesel konnte er die Verluste durch die jüngste Neuregelung der Dieselrückvergütung mehr als ausgleichen.

 

 

Für die Bestellung und Ernte im Jahr 2006 betankte Karl-Volkert Meyer seine Schlepper und seinen Mähdrescher erstmals mit Biodiesel. Das „Testjahr“ war ein uneingeschränkter Erfolg, sowohl betriebswirtschaftlich als auch technisch. Alle Schlepper ab 100 PS Motorleistung hat der Marktfrucht-Produzent ohne technische Veränderungen mit Biodiesel betankt: Fendt 926 Vario, Fendt 818 Vario und Fendt 716 Vario. Auch die älteren Modelle Fendt 515 und 615 liefen problemlos mit dem Biokraftstoff. Lediglich die Kraftstoffschläuche mussten nach einer Sichtkontrolle gegen Biodiesel-geeignete Leitungen ausgetauscht werden. Der betagte Mähdrescher Deutz 1630H soll in diesem Jahr bereits die dritte Ernte mit Biodiesel einfahren. Der V-8 Deutzmotor verträgt den Biokraftstoff völlig problemlos und bisher ohne jede technische Anpassung. Der Kraftstoffverbrauch je Hektar ist wegen der intensiven Pflanzkartoffelvermehrung und der schweren Klei-Böden überdurchschnittlich hoch. Entsprechend größer ist auch das Einsparpotential durch Biodiesel-Einsatz. Ein Deutz 4506 und ein Deutz 5506 werden wegen der geringen Stundenleistungen weiter mit Mineraldiesel betankt. Der Betrieb Meyer ist komplett eigenmechanisiert mit Ausnahme der Häckseltechnik für 35 ha Silomais für eine benachbarte Biogasanlage.
 
Biokraftstoffberater sorgen für Fördermittel und Genehmigung
Nach den guten Erfahrungen im ersten Jahr investierte der Betrieb im Juli 2007 in eine zusätzliche Hoftankstelle mit einem doppelwandigen 5000-Liter-Stahltank und angebauter Zapfsäule. Die kompletten Vorarbeiten vom Förderantrag bis zur Baugenehmigung haben die Biokraftstoffberater des MR Mittelholstein Thorben Holsteiner und Jan Pohlmeyer als kostenlose Dienstleistung übernommen. Karl-Volkert Meyer konnte sich über die reibungslose und professionelle Unterstützung sowie über eine Förderung der FNR in Höhe von 40 % der Investitionssumme freuen. Die gebrauchte Tankanlage wurde als komplette Einheit auf eine wasserundurchlässige Betonplatte montiert und mit einem Anfahrschutz und den vorgeschriebenen Sicherheitsinstallationen versehen. Eine Baugenehmigung wird nur für solche Tanks erteilt, die entsprechend ihrer Bauart über eine geeignete Zulassungsnummer verfügen. Eine weitere 30 Jahre alte Hoftankstelle mit einem 3.000 Liter Tank nutzt der Marktfruchtbetrieb weiter für Mineraldiesel.

Fortsetzung folgt in Kürze