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Landesverband Bayern

Erfahrungsbericht: Ein Ackerbaubetrieb stellt auf Biodiesel um (Teil 2)

Datum: Mittwoch, 13. August 2008

 

Karl-Volkert Meyer bewirtschaftet einen 320 ha großen Ackerbaubetrieb mit Schwerpunkt Pflanzkartoffelvermehrung auf der Nordseeinsel Nordstrand. Mit der Umstellung auf Biodiesel konnte er die Verluste durch die jüngste Neuregelung der Dieselrückvergütung mehr als ausgleichen.

 

 

Im Winter nur Mineraldiesel
Seinen Jahresbedarf von 25.000 bis 30.000 Liter Biodiesel bezieht Karl-Volkert Meyer im Vorkontrakt bereits im März/April und sichert sich so einen günstigen Preis für das ganze Jahr. Zusammen mit rund 17.000 Liter Mineraldiesel kommt der Betrieb auf einen Jahresverbrauch von durchschnittlich 45.000 Liter. Die „Biodiesel-Saison“ ist auf das Sommerhalbjahr von April bis Oktober begrenzt. Etwa Mitte Oktober nach Abschluss der Außenarbeiten wird der Hoftank vollständig entleert. Für die letzte Tankfüllung vor der „Einwinterung“ seiner Maschinen werde schon Mineraldiesel verwendet, um das gesamte Kraftstoffsystem zu spülen, so Karl-Volkert Meyer. Den Mineraldiesel bis zur Rückvergütungsgrenze von 10.000 Liter nutzt er vor allem für Transportarbeiten im Winter sowie ganzjährig für kleinere Schleppermodelle und zwei Gabelstapler im Rahmen der Pflanzkartoffel-Produktion und -lagerung.
 
Motorschäden? - Fehlanzeige
Karl-Volkert Meyer kann inzwischen auf fast drei erfolgreiche Jahre Biodiesel-Einsatz zurückblicken. Vor der erstmaligen Betankung seiner Maschinen mit Biodiesel wurde deren Tank vollständig entleert und gereinigt. Mit verstopften Kraftstofffiltern habe es wohl wegen dieser Maßnahme keine Probleme gegeben, vermutet Meyer. Auch sein Nachbar, der 500 ha Ackerflächen seit einigen Jahren ebenfalls erfolgreich mit Biodiesel bewirtschaftet, hat diese Erfahrung gemacht. Insgesamt habe es keine Schäden an seinen Maschinen gegeben, die er direkt und eindeutig auf Biodiesel zurückführen könne. Er habe eher den Eindruck, dass verdeckte Mängel an den Motoren durch Biodiesel etwas schneller zutage treten, so Karl-Volkert Meyer weiter.
 
Ersparnis von 15 bis 20 € je Hektar
Bis zu 7.500 € könne er durch den Biokraftstoff im Jahr einsparen, schätzt der Betriebsleiter. Einen gewissen Mehrverbrauch, verkürzte Ölwechselintervalle sowie die Kosten für die Tankanlage müsse man allerdings noch in Abzug bringen. Für das laufende Jahr beträgt die Preisdifferenz zum Mineraldiesel jenseits der „10.000-Liter-Grenze“ 25 bis 30 Cent pro Liter unter Berücksichtigung der Steuer-Rückerstattung. Die zusätzlichen Kosten für die verkürzten Ölwechselintervalle belaufen sich auf weniger als 1,5 Cent umgerechnet auf den Liter verbrauchten Biodiesel. Die Ackerschlepper im Betrieb Meyer laufen zwischen 600 bis 800 Stunden im Jahr. Während der Saison wird das Motoröl zwei- bis dreimal gewechselt. Sein betriebswirtschaftliches Ziel, mit Biodiesel durchschnittlich 5.000 € pro Jahr einzusparen, hat Karl-Volkert Meyer erreicht und übertroffen.