Jedes Jahr sterben auf diese Weise tausende Wildtiere, oder sie werden von den Mähwerkzeugen verstümmelt. Betroffen sind nicht nur junge Feldhasen und Rehkitze, die sich bei Gefahr „drücken“, sondern auch die Gelege und Bruten von im Bestand gefährdeten Wiesenvögeln. Das Problem „Mähtod“ ist daher nicht nur eine Herausforderung für den Tierschutz, sondern auch und vor allem für den Artenschutz.
Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e. V. (LJV) und die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (LWK) nehmen dies zum Anlass, mit einem vor wenigen Tagen eigens hierfür herausgegebenen gemeinsamen Infoblatt auf die mit dem ersten Grasschnitt einhergehenden besonderen Gefahren für Jungwild und bodenbrütende Vögel aufmerksam zu machen.
Die Situation hat sich nach Ansicht von LWK-Präsident Ökonomierat Günther Schartz in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verschärft: „Der ökonomische Druck, unter dem die Landwirte stehen, hat in vielen Grünlandregionen dazu geführt, dass Wiesen heute öfter und früher gemäht werden“. Schnellwüchsige Grassorten, hoher Stickstoffeintrag und der Übergang von der Heu- zur Silagegewinnung hätten diesen Prozess begünstigt, so Präsident Schartz weiter. Hinzu komme der Einsatz modernster Mähtechniken, die immer schneller arbeiten.
LJV-Präsident Kurt-Alexander Michael legt Wert auf die Feststellung, dass die Landwirte von den Jägern in erster Linie als Partner, keinesfalls als „Täter“ gesehen werden. „Mit
dem neuen Infoblatt möchten wir den Landwirten praktische Tipps geben, die dazu beitragen sollen, dass die Wildtierverluste durch eine einfache Veränderung der Fahr- bzw. Arbeitstechnik weitestgehend vermieden werden“, so der Jägerpräsident. Man verfolge die Absicht, die berechtigten Interessen der Landwirte mit den Hegebemühungen der Jägerschaft auf einen Nenner zu bringen. Michael wünscht sich daher, dass Landwirte und Jäger in den kommenden Wochen bei der Gras- und Heuernte noch enger zusammenarbeiten.
Generell sollten die Landwirte die ortsansässigen Jäger möglichst frühzeitig über die Mähtermine informieren. Die Jäger suchen dann mit ihren Jagdhunden die betroffenen Wiesen und Weiden nach Jungwild ab. Finden sie dabei ein Tier wird es so umgesetzt, dass kein menschlicher Geruch an ihnen haften bleibt. Denn viele Jungtiere werden, wenn sie nach „Mensch“ riechen, von der Mutter nicht mehr angenommen. Neben der Absuche mit dem Jagdhund hat sich auch der Einsatz von optischen und akustischen Signalen bewährt, wie z.B. Plastiktüten, die am Tag vor dem Mähen aufgestellt werden. Bei Wind vertreiben sie das Wild aus der zu mähenden Wiese.
Der BJV ist an einem vierjährigen Forschungsprojekt zur Rettung von Niederwild vor dem Mähtod beteiligt. Ziel ist ein modernes, praxisgerechtes Gerät, das Kitze und auch Bodenbrüter in der Wiese erkennt und dem Fahrer des Mähwerks meldet. Tests verschiedener Systeme haben vielversprechende Zwischenergebnisse erbracht.
www.jagd-bayern.de/fileadmin/_BJV/Jagd.../JiB_11_10_kitzretter.pdf
| Anhang | Größe |
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| Wildtiere_schonen_-_Von_innen_nach_aussen_maehen.pdf | 2.61 MB |



