„Wenn das alte Fahrsilo ersetzt werden muss oder die Silo-Kapazitäten nicht mehr ausreichen, ist die Schlauchsilierung eine Alternative“, rechnete Jochen Kühl interessierten MR-Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung des MR Mittelholstein vor.
Die mobile Schlauchsilopresse vom Typ AG BAG G 7000 hat der Lohnbetrieb aus Nindorf im vergangenen Herbst angeschafft. Das bislang eher unbekannte Verfahren erfreut sich in der Milchvieh-Region Mittelholstein für die Silierung von Gras-Anwelke und Mais zunehmender Beliebtheit. Das Verfahren ist zur Konservierung und Lagerung von Futtermitteln und Schüttgütern in Folienschläuchen geeignet und wird über den Maschinenring vermittelt. Das Lagergut wird in der Regel mit Rückwärtskippern, Silierwagen oder Radladern in die Annahmewanne der Presse gefüllt und mit einem Pressrotor in einen speziellen Polyethylen Folienschlauch mit Durchmessern zwischen 1,5 und 4,2 m verpresst. Die Methode ist für Anwelksilagen, Maissilage, CCM und LKS, Ganzpflanzensilage, Getreide und Zuckerrübenpressschnitzel geeignet.
Silierverluste deutlich geringer
Die Nährstoffverluste bei der Schlauchsilierung sind weitaus geringer als bei herkömmlichen Silierverfahren. Sofortiger Luftabschluss und eine optimale Verdichtung des Siliergutes sind die wichtigsten Gründe dafür. Rand- und Oberflächenverluste, wie sich beim Fahrsilo praktisch unvermeidbar sind, treten fast gar nicht auf.
Die Vorteile der Schlauchsilierung für den Landwirt werden besonders bei überbetrieblicher Nutzung deutlich: keine Investitionskosten, praktisch keine Silierverluste, geringe Nachgärverluste durch kleine Anschnittsflächen, hohe Flexibilität bei der Auswahl des Lagerortes. Der Sickersaft und die enthaltenen Nährstoffe verbleiben im Futterstock, der im Folienschlauch wie ein Schwamm wirkt.
„Die Leistung der Silopresse sollte an die Leistung des Häckslers und der Silagekette angepasst sein, fordert MR-Geschäftsführer Uwe Reimers mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit der Häckselkette.
Siliergut darf nicht zu trocken sein
Ab 40 % Tockenmasse-Gehalt von Gras- und Maissilage stößt das Verfahren an seine Grenzen. Verdichtungsprobleme, Ausbeulungen des Schlauches und Lufteinschlüsse können dann nur durch erfahrenes Bedienungspersonal vermieden werden. Nur wenn der Pressdruck ständig manuell angepasst wird, lassen sich auch trockene Materialien im Folienschlauch silieren. Durch die kleine Anschnittsfläche werden zwar Nachgärverluste minimiert, aber die Entnahme der Silage ist arbeitswirtschaftlich besonders bei kleinen Schlauchdurchmessern nicht unproblematisch.
Die Schlauchsilierung war eines der Schwerpunktthemen der Fachausstellung beim Tag der Maschinenringe 2009 in Klink. Die BAG Budissa Agroservice GmbH war mit einer Silopresse der Firma Wolter Schlauchsilierung aus Mecklenburg vertreten. Das Lohnunternehmen erwirtschaftet rund zwei Drittel seines Umsatzes mit der Silierung im Schlauch. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Verfahren bereits verbreitet. „Auch große Milchviehbetriebe setzen auf die weißen Riesenwürste zur Futterkonservierung“, erklärt Lonunternehmer Wolter. Die Agrar- und Umwelttechnik Oberlausitz stellte eine Maschine vom Typ Manitoba Ensiler 3000 beim Tag der Maschinenringe aus.
Schlauchdurchmesser 2,70 m
Schlauchlänge bis zu 75 m
Lagermengen:
Gras ~ 244 t / Schlauch
Mais ~ 257 t / Schlauch
Füllmengen:
Gras ~ 3,6 t / lft. m
Mais ~ 3,8 t / lft. m
Planungsdaten für einen Betrieb mit 150 GV:
Gras 5,3 Anzahl Schläuche
Mais 2,7 Anzahl Schläuche
Teoret. Flächenbedarf Gras ~ 2200 qm
Mais ~ 1500 qm
Effektiver Flächenbedarf :
~ 1,2 qm / t