Der Flüssigmist hat inzwischen einen „Düngewert“ von durchschnittlich 12 €/m³ erreicht – Tendenz weiter steigend. Die Nachfrage nach Gülle sei inzwischen so groß, dass die Abnehmer erstmals seit Jahren wieder bereit seien, sich an den Kosten für Transport und Ausbringung zu beteiligen, berichtet MR-Mitarbeiter Hubertus Schulze Froning. Bisher war das Angebot so groß, dass die Veredelungsbetriebe den Flüssigmist frei Wurzel auf die Äcker der aufnehmenden Betriebe geliefert haben.
Vermittlungsgarantien statt Flächennachweis
Der MR Coesfeld betreibt seit mehr als einem Jahrzehnt eine Nährstoff- und Güllebörse. Der Ring vermittelt Gülle zwischen viehstarken und vieharmen/viehlosen Betrieben im westlichen Münsterland, eine Veredelungsregion mit Schwerpunkt Schweineproduktion. Die Börse ermöglicht viehstarken Betrieben ihre Tierbestände aufzustocken ohne teure Zupacht von Flächen. Die Vermittlungsgarantien des Maschinenrings werden von den zuständigen Behörden als Ersatz für den Flächennachweis anerkannt. Auf der anderen Seite können die vieharmen Betriebe teuren Mineraldünger durch die Aufnahme von Gülle oder Festmist einsparen.
Der MR Coesfeld bündelt die Leistungen für Transport und Ausbringung im Rahmen der Nährstoffbörse und holt Kostenangebote bei geeigneten Lohnunternehmen der Region ein. Viele Lohnbetriebe haben ihre Logistik in Abstimmung mit dem Maschinenring optimiert und beispielsweise Tank-LKW für den Straßentransport und mobile Feldrandcontainer für die Zwischenlagerung angeschafft. Der MR koordiniert Termine, Mengen und Entfernungen und kann so den ausführenden Lohnbetrieben ein optimiertes Logistik-Konzept übergeben. Das reduziert die Kosten, die bisher vorwiegend zu Lasten der abgebenden Veredelungsbetriebe gingen.
Lagerkapazitäten erweitern
Durch die hohen Nährstoffpreise sind viele Maßnahmen zur effizienteren Nutzung der Güllenährstoffe wirtschaftlich interessant geworden. Der MR Coesfeld schlägt seinen Mitgliedern beispielsweise vor, die Lagerkapazitäten zu erweitern. Gülle sollte nicht ausgebracht werden, wenn der Behälter voll ist, sondern wenn die verabreichten Nährstoffe optimal zum Bedarf der Pflanze passen, betont MR-Geschäftsführer Josef Volmer. Verwertungen im Herbst sollten reduziert oder ganz vermieden werden. Reichen die Kapazitäten für die Lagerung bis Januar/Februar, können vor allem Stickstoff- und Kaliumverluste in der kalten Jahreszeit deutlich verringert werden. Durch Bündelung des Bedarfs und gemeinsame Ausschreibung über den Maschinenring können zusätzliche Lagerkapazitäten kostengünstiger bebaut werden. Mit einer Befragung der Mitglieder ermittelt der MR Coesfeld zurzeit das Interesse der Mitglieder am Bau zusätzlicher Behälter. Auch eine Abdeckung der Behälter sei wieder interessant geworden, weil Regenwasser nicht in den Behälter gelange und gasförmige Ammoniak-Verluste vermieden würden, so Hubertus Schulze Froning.
(Foto: MR Coesfeld)



