„Wenn es den Maschinenring nicht gäbe, müsste man ihn heute erfinden.“ So lautete die Essenz der Rede von Bundesminister Horst Seehofer beim Tag der Maschinenringe im bayerischen Deggendorf. Mehr als 800 MR-Vertreter aus ganz Europa feierten am Freitag in der Donaustadt das 50-jährige Bestehen der Maschinenringe im Rahmen der jährlichen Fachtagung. Zum großen Jubiläumsfest des Maschinenringes Buchhofen – dem ersten Ring der Welt – kamen am Samstag und Sonntag dann mehr als 20.000 Gäste, um vor allem die große Expo mit Ausstellern rund um Technik und Energie zu besuchen. Auch Horst Seehofer stattete der Expo seinen Besuch ab.
„Der Maschinenring vereinigt moderne Technologien und Kooperation in nahezu perfekter Weise und ist heute wichtiger für die Landwirtschaft, als je zuvor.“ So beschrieb Seehofer die Bedeutung der Maschinenringe für den ländlichen Raum und sparte dabei nicht mit Anerkennung für die Arbeit der 257 deutschen Ringe. Mit dem Besuch der Jubiläumstagung und des Festgeländes dokumentierte der Minister, dass die wachsende Bedeutung der Maschinenringe für die Landwirtschaft nun auch im Bundeslandwirtschaftsministerium wahrgenommen und gewürdigt wird.
Ohne Kooperation geht es in Zukunft nicht
Wie die Landwirtschaft zeigen auch andere Branchen der deutschen Wirtschaft, dass Kooperationen zur Steigerung der Effizienz Überlebens wichtig seien, so Seehofer. Der Milchlieferstop sei das jüngste Beispiel, welchen Einfluss die Landwirte hätten, wenn sie zusammenstehen und an einem Strang ziehen. Seehofer ermunterte die Bauern als Erzeuger von Agrarprodukten ihre Angebotsmacht gegenüber dem Handel geltend zu machen. Schließlich könne es nicht angehen, dass einige wenige Lebensmittel-Konzerne die Erzeugerpreise diktierten, so der Minister weiter. Seehofer freute sich über die „kollektive Intelligenz“ der Verbraucher infolge des Milchlieferboykotts. Die Menschen in Deutschland seien bereit, den Bauern einen fairen Preis zu zahlen, um die Unabhängigkeit von Lebensmittelimporten zu sichern.
Erste historisch verbürgte Maschinenvermittlung
Der Präsident der deutschen Maschinenringe Hans Markus Stölting fasste in seiner engagierten Begrüßungsrede die Bedeutung des Jubiläums zusammen: „Wir blicken nicht ohne stolz auf das Erreichte zurück und schöpfen daraus Kraft für die zukünftige Arbeit, die noch effizienter, noch kreativer und noch enger am Bedarf der Mitgliedsbetriebe ausgerichtet werden soll.“ Stölting erinnerte an die erste historisch verbürgte Maschinenvermittlung in einem Maschinenring. Vor fast 50 Jahren erleichterte ein damals moderner Eicher Schlepper mit einem der ersten Miststreuer den 14 Gründungsmitgliedern des MR Buchhofen erheblich die Arbeit. In den 1950er Jahren sei es noch üblich gewesen, Stallmist in Handarbeit auf die Felder auszubringen – eine echte „Knochenarbeit“. Seitdem haben sich die Maschinenringe rasant zu einem flächendeckenden Dienstleister im ländlichen Raum entwickelt und erzielen heute allein in Deutschland einen Gesamtumsatz von fast 900 Mio. € bei einer jährlichen Steigerungsrate von durchschnittlich 10 % in den vergangenen Jahren.
Als eine seiner ersten Amtshandlungen begrüßte der neue Bundesobmann der österreichischen Maschinenringe Hans Peter Werderitsch, der 77 österreichische Maschinenringe vertritt, die Tagungsgäste. Er ermunterte die Vetreter der Maschinenringe aus ganz Europa dazu, mehr querzudenken: „Wer nur das denkt, was er schon weiß, der denkt eigentlich noch nicht wirklich.“